5 Tricks für bessere Produktfotos – auch mit kleinem Budget

In einer Zeit, in der Kaufentscheidungen oft visuell getroffen werden, können professionelle Produktfotos den Unterschied zwischen Klick und Kauf ausmachen. Doch nicht jede/r verfügt über ein großes Studio oder teure Ausrüstung. Mit den folgenden fünf Tricks kannst du auch mit begrenztem Budget deutlich bessere Produktbilder erzielen – und damit dein Markenimage und den Verkaufserfolg stärken.


1. Nutze weiches, diffuses Licht – mit DIY-Lösungen

Problem: Hartes Licht erzeugt starke Schatten, grelle Reflexionen und unruhige Oberflächen.
Lösung: Die idealen Lichtbedingungen erhältst du mit weitem, gleichmäßigem, diffusem Licht.

So geht’s:

  • Verwende Tageslicht, z. B. nahe einem großen Fenster, aber ohne direkte Sonne.
  • Baue dir eine Lichtbox oder Lichtzelt: Verwende einen weißen Stoff oder milchige Kunststofffolie (z. B. Backpapier, Seidenpapier oder Diffusionsfolie), um das Licht vor dem Produkt zu streuen.
  • Als Lichtquellen genügen preiswerte LED-Leuchten oder sogar Schreibtischlampen mit Tageslicht-LEDs (ca. 5.000–6.500 K). Platziere sie seitlich oder von oben, um Schatten zu minimieren.
  • Achte auf Reflektionen – gerade bei glänzenden Oberflächen. Du kannst schwarze Kartonstücke oder „Flags“ einsetzen, um Licht von unerwünschten Seiten abzuschirmen.

Tipp: Experimentiere mit verschiedenen Beleuchtungswinkeln – schon geringe Änderungen (z. B. 10° Neigung) können Reflexe oder störende Schatten beseitigen.


2. Verwende einen stabilen Untergrund und einfache Aufbauten

Auch die Basis deines Setups beeinflusst das Ergebnis.

  • Stativ oder stabile Ablage: Ein wackelfreies Setup verhindert Unschärfen. Auch günstige Mini-Stative helfen.
  • Makro- oder Nahaufnahme-Distanz: Für kleine Produkte kannst du ein Makroobjektiv oder – falls kein echtes Makro verfügbar ist – ein Aufsteck-Makroaufsatz (Clip-on) für Handys nutzen.
  • Hintergründe: Weiß, Hellgrau oder Pastelltöne sind oft geeignet. Du kannst dünne Alu-Verbundplatten, Fotokarton oder Kunststoffplatten verwenden. Wichtig: gleichmäßige Farbe, ohne Falten oder Knicke.
  • Selbstbau-Backdrop: Ein hohes, leicht gebogenes Papier („Sweep“) verhindert harte Linien am Übergang Boden/Hintergrund. (Manchmal reicht auch ein A3-Fotokarton, der sanft in den Hintergrund übergeht.)

3. Fokussierung, Perspektive & Bildkomposition

Gute Komposition und technische Entscheidungen sind entscheidend:

  • Fokuspunkt setzen: Platziere den Fokus auf das zentrale Detail – das, was du besonders hervorheben willst (z. B. Logo, Struktur, prägnantes Teil).
  • Blende & Schärfentiefe: Eine mittlere Blende (z. B. f/5.6 bis f/11) ermöglicht eine ausreichende Tiefenschärfe und dennoch etwas Spiel. Vermeide zu offene Blenden, die nur eine geringe Schärfentiefe erzeugen, sofern das gesamte Produkt sichtbar sein soll.
  • Perspektive variieren: Fotografiere aus verschiedenen Sichtwinkeln (Front, oben, leicht seitlich) – kleinere Produkte profitieren oft von einer schräge Perspektive, um Tiefe zu zeigen.
  • Drittelregel & Bildaufteilung: Setze das Produkt nicht zwingend mittig – spiele mit negativen Raum oder asymmetrischer Ausrichtung.
  • Freiraum lassen: Plane ausreichend Platz um das Produkt herum – das erlaubt späteres Zuschneiden oder Anpassungen im Zuschnitt (z. B. für Social Media).

4. Mit einfachen Tools in der Nachbearbeitung optimieren

Auch mit günstiger Software lässt sich viel herausholen:

  • Weißabgleich & Farbkorrektur: Stelle sicher, dass Weiß auch wirklich weiß wirkt – das Produkt darf nicht einen Farbstich haben. In Tools wie Lightroom, GIMP oder Affinity Photo kannst du mit Pipetten-Werkzeugen arbeiten.
  • Helligkeit & Kontrast: Hebe das Motiv hervor, ohne Zeichen von Überbelichtung oder abgesoffenen Tiefen zu erzeugen.
  • Staub & Pickel entfernen: Kleinere Flecken, Staub oder Fusseln lassen sich mit dem Kopierstempel, Reparaturpinsel oder dem Bereichsreparatur-Werkzeug beseitigen.
  • Freistellen / Hintergrund entfernen: Für E-Commerce-Plattformen ist ein weißer Hintergrund oft Pflicht. Mit Werkzeugen wie dem Zauberstab, Pfadtool oder automatischen Hintergrundentfernern (z. B. in Photoshop, Affinity oder spezialisierten Tools) kannst du das Produkt sauber isolieren.
  • Export für Web: Achte beim Export auf Weboptimierung – Dateiformat (JPEG, PNG), Auflösung (72–150 dpi, je nach Einsatzzweck) und Dateigröße (so klein wie möglich, ohne sichtbaren Qualitätsverlust).

5. Nutze kreative Tricks zur Aufwertung

Mit ein bisschen Kreativität kannst du das Bildniveau heben, ohne viel zu investieren:

  • Reflexionsflächen: Für Produkte mit Glas-, Metall- oder hochglänzender Oberfläche kann eine Acrylplatte oder gespannte Plexiglasplatte für Spiegelung und Tiefe sorgen.
  • Requisiten & Stilisierung: Nutze einfache Requisiten (Holzbrett, Stoff, Naturmaterialien) passend zur Marke – aber halte es dezent, sodass sie das Produkt nicht dominieren.
  • Schwebende Darstellungen: Mit unsichtbaren Fäden (z. B. dünnes Nylon) oder Spiegelunterlagen kannst du „schwebende“ Effekte erzeugen – ideal für 360°-Shots oder dynamische Darstellungen.
  • Reflektoren / Abschatter: Weißer Karton oder Silberscheiben (Billigvarianten) helfen, Schatten aufzuhellen oder Reflexe zu lenken.
  • Mehrfachaufnahmen & Fokus-Stacking: Wenn du mehrere Fotos mit unterschiedlichen Fokusabständen machst (z. B. ein Bild vorne, eines in der Mitte, eines hinten) und sie kombinierst (Stacking), erhältst du eine durchgängig scharfe Gesamtaufnahme – auch mit geringerem Budget (Tools hierzu findest du kostenlos oder preisgünstig).

Fazit & Empfehlung

Auch mit begrenztem Budget lassen sich erstaunlich professionelle Produktfotos realisieren – wenn man bewusst plant, kreativ arbeitet und die richtigen Tricks kennt. Die fünf vorgestellten Ansätze (weiches Licht, solides Setup, gezielte Komposition, Nachbearbeitung und kreative Tricks) bilden eine solide Basis, um deine Produkte in bestem Licht darzustellen.

Wenn du noch weitergehende Unterstützung möchtest – z. B. ein individuelles Setup, Retusche oder komplette Produktkampagnen – steht Digital Media Services dir mit Fachkompetenz und hochwertiger Umsetzung zur Seite.

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