Wie du mit einem Lichtset Kino-Look erzeugst

Der Kino-Look gehört zu den faszinierendsten Stilen in der Film- und Fotowelt. Er vermittelt Dramatik, Tiefe und eine besondere Atmosphäre, die sofort an große Leinwandproduktionen erinnert. Doch für einen cineastischen Look braucht es nicht zwangsläufig ein komplettes Filmstudio. Mit einem durchdachten Lichtset kannst du auch in kleineren Produktionen oder bei Portrait- und Produktshootings beeindruckende Kino-Ästhetik erzeugen.


Was macht den Kino-Look aus?

Der Kino-Look lebt von Tiefe, Kontrasten und Emotionen. Anders als bei gleichmäßig ausgeleuchtetem Studio-Licht setzt er auf gezielte Schatten und Lichtinseln. Dadurch entstehen:

  • Dramatische Kontraste zwischen hellen und dunklen Bereichen,
  • räumliche Tiefe, die dem Bild Charakter verleiht,
  • gezielte Highlights, die das Auge führen,
  • und ein insgesamt cinematischer Bildstil, der Emotionen verstärkt.

Der Schlüssel liegt darin, Licht nicht einfach als reine Helligkeit zu begreifen, sondern als Gestaltungsmittel, das Stimmungen erzeugt.


Schritt 1: Das Drei-Punkt-Lichtsystem verstehen

Ein klassisches Grundsetup, das auch im Kino häufig genutzt wird, ist das Drei-Punkt-Lichtsystem. Es besteht aus:

  1. Key Light (Hauptlicht): Die wichtigste Lichtquelle, meist von vorne seitlich, die das Motiv modelliert.
  2. Fill Light (Aufhelllicht): Ein weicheres Licht von der Gegenseite, das Schatten leicht aufhellt, ohne sie ganz zu entfernen.
  3. Back Light (Spitz- oder Kantenlicht): Von hinten oder oben gesetzt, um das Motiv vom Hintergrund abzuheben und Tiefe zu schaffen.

Mit diesem System legst du die Basis für ein Bild, das sofort cineastischer wirkt.


Schritt 2: Gezielt mit Schatten arbeiten

Während in der Werbefotografie oft Wert auf gleichmäßige Ausleuchtung gelegt wird, darf es beim Kino-Look ruhig etwas dunkler werden. Schatten sind hier nicht dein Feind, sondern dein Stilmittel.

  • Weniger Fill Light: Statt Schatten vollständig aufzuhellen, lass sie bewusst stehen. Das erzeugt Spannung und Dramatik.
  • Low-Key-Lichtsetzung: Setze insgesamt weniger Licht ein, um einen geheimnisvollen, filmischen Look zu erreichen.
  • Akzentbeleuchtung: Betone nur bestimmte Bildbereiche mit Licht und lass den Rest im Halbdunkel verschwinden.

Schritt 3: Farbtemperatur und Farbakzente einsetzen

Cineastische Bilder leben oft von einem subtilen Farbspiel. Unterschiedliche Lichtquellen können gezielt eingesetzt werden, um Atmosphäre zu erzeugen:

  • Warm vs. Kalt: Setze warmes Licht (z. B. für Hauttöne) gegen kühleres Licht im Hintergrund, um Kontraste zu schaffen.
  • Farbfolien oder RGB-Lichter: Schon kleine farbige Akzente – etwa Blau, Rot oder Orange – können deinem Bild den typischen Kino-Look verleihen.
  • Motivgerechte Stimmung: Ein Drama verlangt nach anderen Lichtfarben als eine romantische Szene. Überlege dir, welche Emotion transportiert werden soll.

Schritt 4: Praktische Lichter einbinden

Neben deinem eigentlichen Lichtset spielen auch Practical Lights eine große Rolle. Das sind sichtbare Lichtquellen im Bild, wie Lampen, Kerzen oder Neonlichter.

Sie dienen nicht nur als Dekoration, sondern verstärken die Authentizität und sorgen gleichzeitig für zusätzliche Lichtstimmung. Oft reicht eine einfache Schreibtischlampe oder eine LED-Lichterkette, um ein Bild filmischer wirken zu lassen.


Schritt 5: Atmosphäre durch Kontrolle von Licht und Raum

Für den Kino-Look brauchst du nicht unbedingt teures Equipment, aber eine präzise Kontrolle über das Licht:

  • Diffusoren nutzen: Um weiche Lichtkanten zu erzeugen, helfen Softboxen, Stoffe oder selbst gebaute Diffusoren.
  • Flags und Abschatter: Mit schwarzen Flächen oder Kartons kannst du Licht blocken und Schatten bewusst setzen.
  • Rauch oder Nebel: Ein leichter Hauch von Nebel lässt Lichtstrahlen sichtbar werden und schafft sofort eine kinoreife Tiefe.

Fazit

Der Kino-Look ist kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis von bewusster Lichtführung. Mit einem Key Light, gezielten Schatten, Farbakzenten und praktischen Lichtquellen kannst du auch mit überschaubarem Setup Bilder und Szenen schaffen, die an große Filmproduktionen erinnern. Entscheidend ist nicht die teuerste Ausrüstung, sondern das Verständnis, wie Licht Geschichten erzählt.

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