Ein weiches, ästhetisches Bokeh gehört zu den beliebtesten Gestaltungsmitteln in der Fotografie. Es verleiht Bildern Tiefe, lenkt den Blick auf das Hauptmotiv und erzeugt eine besondere Stimmung. Viele Einsteiger:innen denken jedoch, dass man dafür teure Profi-Objektive benötigt. Die gute Nachricht: Auch mit günstigen Objektiven lässt sich ein beeindruckendes Bokeh erzeugen – wenn man die richtigen Tricks kennt.
Was bedeutet Bokeh eigentlich?
Der Begriff Bokeh kommt aus dem Japanischen und beschreibt die Qualität der Unschärfe in einem Foto. Es geht also nicht nur darum, dass der Hintergrund unscharf ist, sondern wie diese Unschärfe aussieht: weich, gleichmäßig und angenehm fürs Auge. Ein schönes Bokeh entsteht durch die Kombination aus Objektivkonstruktion, Blendenöffnung und Bildgestaltung.
Tipp 1: Mit offener Blende arbeiten
Auch günstige Objektive bieten oft eine große Blendenöffnung, z. B. f/1.8 oder f/2.0. Eine weit geöffnete Blende sorgt dafür, dass nur ein kleiner Bereich im Bild scharf ist, während der Hintergrund in eine weiche Unschärfe übergeht.
- Je kleiner die Blendenzahl, desto stärker der Unschärfe-Effekt.
- Achte darauf, das Hauptmotiv exakt zu fokussieren – bei offener Blende ist die Schärfentiefe sehr gering.
- Besonders beliebt sind günstige 50-mm-Objektive („Nifty Fifty“), die schon für wenig Geld eine große Blende bieten.
Tipp 2: Abstand und Perspektive gezielt nutzen
Für ein schönes Bokeh ist nicht nur die Blende entscheidend, sondern auch der Abstand zwischen Motiv, Hintergrund und Kamera.
- Nah am Motiv: Gehe so nah wie möglich an dein Hauptmotiv heran. Dadurch verstärkt sich die Unschärfe im Hintergrund.
- Großer Abstand zum Hintergrund: Je weiter der Hintergrund entfernt ist, desto weicher verschwimmt er.
- Längere Brennweiten einsetzen: Auch günstige Teleobjektive erzeugen eine starke Hintergrundunschärfe, selbst wenn die maximale Blendenöffnung nicht extrem groß ist.
Mit etwas Planung lässt sich so auch aus einfachen Objektiven ein traumhaftes Bokeh herausholen.
Tipp 3: Lichtquellen kreativ einsetzen
Besonders attraktiv wirkt Bokeh, wenn im Hintergrund Lichtquellen vorhanden sind. Diese verwandeln sich bei offener Blende in weiche Lichtkreise, die das Bild lebendig und atmosphärisch wirken lassen.
- Fotografiere in der Dämmerung oder nachts mit Lichtern im Hintergrund.
- Nutze reflektierende Flächen, wie Lichterketten oder Sonnenstrahlen durch Blätter.
- Experimentiere mit verschiedenen Abständen und Winkeln, um einzigartige Muster im Hintergrund zu erzeugen.
So entstehen stimmungsvolle Bilder, die trotz günstiger Ausrüstung professionell wirken.
Fazit
Ein schönes Bokeh ist nicht allein den teuersten Objektiven vorbehalten. Schon mit erschwinglichen Festbrennweiten oder einfachen Zoomobjektiven lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Entscheidend sind eine offene Blende, das Spiel mit Abstand und Perspektive sowie die kreative Nutzung von Lichtquellen. Wer diese Grundlagen beachtet, kann seinen Fotos im Handumdrehen mehr Tiefe, Atmosphäre und Ausdruck verleihen.
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